Eine Methodik der Systemanalyse wird in Fällen entwickelt und angewendet, in denen Entscheidungsträger in der Anfangsphase nicht über ausreichende Informationen zur Problemsituation verfügen, um eine Methode für deren formale Darstellung zu wählen, ein mathematisches Modell zu konstruieren oder einen der neueren Modellierungsansätze anzuwenden, die qualitative und quantitative Verfahren kombinieren.
In solchen Fällen kann es hilfreich sein, das Objekt als System darzustellen, einen Prozess der kollektiven Entscheidungsfindung unter Beteiligung von Spezialisten verschiedener Wissensgebiete zu organisieren, unterschiedliche Methoden der formalen Modellierung zusammen mit Verfahren zur Erhebung von Expertenintuition einzusetzen und die Methoden zu wechseln, sobald sich das Verständnis des Objekts oder der Situation vertieft.
Um einen solchen Prozess zu organisieren, muss man eine Abfolge von Etappen festlegen, Methoden für deren Durchführung empfehlen und die Möglichkeit vorsehen, bei Bedarf zu früheren Etappen zurückzukehren. Eine solche Abfolge konkret festgelegter und geordneter Etappen bildet zusammen mit den empfohlenen Methoden und Verfahren zu deren Durchführung die Struktur einer Methodik der Systemanalyse.
Bei der Analyse verschiedener Methodiken der Systemanalyse lässt sich feststellen, dass sie alle in der einen oder anderen Form folgende Etappen enthalten:
- Identifizierung von Problemen und Festlegung von Zielen;
- Entwicklung von Alternativen und eines Entscheidungsmodells;
- Bewertung der Alternativen, Auffinden einer Lösung und deren Umsetzung;
- Bewertung der Wirksamkeit von Entscheidungen und der Folgen ihrer Umsetzung;
- Gestaltung der Organisation zur Erreichung der Ziele.