Risiko

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Risiko ist die Auswirkung von Unsicherheit auf das Erreichen von Zielen. Diese Definition findet sich in internationalen Standards zum Risikomanagement (z. B. ISO 31000) und betont, dass ein Risiko sowohl negative als auch positive Folgen haben kann.

In einem traditionelleren Verständnis wird Risiko als die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines unerwünschten Ereignisses und/oder das Ausmaß möglicher negativer Konsequenzen betrachtet. Allgemein beschreibt Risiko die Möglichkeit einer Abweichung der tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten, einschließlich Verlusten, Schäden oder anderen ungünstigen Folgen.

Allgemeine Charakteristik

Risiko ist ein fester Bestandteil jeder menschlichen, wirtschaftlichen, technischen und administrativen Tätigkeit. Es entsteht unter Bedingungen der Unsicherheit, wenn der Ausgang von Ereignissen nicht mit vollständiger Sicherheit vorhergesagt werden kann.

Aus Sicht der quantitativen Analyse wird das Risiko als eine Funktion von zwei Komponenten definiert:

  • Wahrscheinlichkeit des Ereignisses (wie wahrscheinlich es ist, dass es eintritt);
  • Auswirkungen des Ereignisses (welchen Effekt es haben wird, falls es eintritt).

Beziehung zur Unsicherheit

Unsicherheit ist eine Situation, in der die zukünftige Entwicklung von Ereignissen oder die Ergebnisse von Handlungen nicht genau vorhergesagt werden können. Risiko ist ein Derivat der Unsicherheit und spiegelt deren Einfluss auf die Ziele eines Systems, Projekts, einer Organisation oder einer Entscheidung wider. Somit ist Risiko nicht nur eine Bedrohung oder Gefahr, sondern ein Maß dafür, wie Unsicherheit die Erreichung geplanter Ergebnisse beeinflussen kann.

Erscheinungsformen

Risiko kann sich in verschiedenen Formen manifestieren:

  • wirtschaftliches Risiko (Einkommensverluste, Verluste, Insolvenz);
  • technisches Risiko (Systemausfälle, Unfälle, Störungen);
  • soziales Risiko (Verschärfung von Konflikten, Reputationsverlust);
  • ökologisches Risiko (Umweltverschmutzung, Zerstörung der natürlichen Umwelt);
  • rechtliches Risiko (Strafen, Gerichtsverfahren, Sanktionen).

Klassifikation von Risiken

In der Praxis des Risikomanagements werden Risiken nach einer Reihe von Merkmalen klassifiziert:

  • Nach Herkunft:
    • interne (im Zusammenhang mit der Tätigkeit des Systems oder der Organisation selbst);
    • externe (verursacht durch das externe Umfeld, einschließlich politischer, marktbezogener und natürlicher Faktoren).
  • Nach Grad der Steuerbarkeit:
    • steuerbare;
    • teilweise steuerbare;
    • nicht steuerbare.
  • Nach Art der Auswirkungen:
    • finanzielle;
    • nicht-finanzielle;
    • kombinierte.
  • Nach Eintrittswahrscheinlichkeit:
    • hochwahrscheinliche;
    • mäßig wahrscheinliche;
    • unwahrscheinliche.

Methoden zur Risikobewertung

Für die Analyse und Bewertung von Risiken werden sowohl qualitative als auch quantitative Methoden angewendet:

  • Expertenbewertungen;
  • Szenarioanalyse;
  • Sensitivitätsanalyse;
  • Risikomatrizen;
  • Modellierung auf Basis von Wahrscheinlichkeitsverteilungen;
  • Monte-Carlo-Simulation.

Risikomanagement

Risikomanagement ist ein systematischer Prozess, der Folgendes umfasst:

  1. Identifikation von Risiken;
  2. deren Analyse und quantitative Bewertung;
  3. Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Risikominderung;
  4. Kontrolle, Überwachung und Überprüfung des Risikoprofils.

Die grundlegenden Strategien des Risikomanagements umfassen:

  • Risikovermeidung;
  • Risikominderung (Minimierung);
  • Risikotransfer (z. B. Versicherung);
  • Risikoakzeptanz (bei einem akzeptablen Niveau).

Risiko und Unsicherheit

Risiko ist eng mit dem Begriff der Unsicherheit verbunden, unterscheidet sich jedoch von ihm dadurch, dass unter Risikobedingungen die Wahrscheinlichkeit verschiedener Ergebnisse bewertet werden kann, während bei vollständiger Unsicherheit eine solche Bewertung nicht möglich ist.

Siehe auch