„Systemanalyse in der Wirtschaftsführung“, Tschernjak Ju. I., 1975
In welchen Situationen der Wirtschaftsführung entsteht die Notwendigkeit einer Systemanalyse?
Niemand hat je versucht, Situationen der Wirtschaftsführung zu klassifizieren, und es ist fraglich, ob dies überhaupt möglich ist. Daher sind die nachstehend aufgeführten 12 Arten von Führungssituationen als eine nicht strenge und keineswegs erschöpfende Klassifikation zu verstehen.
Die Systemanalyse ist in folgenden Situationen anwendbar:
- Bei der Lösung neuer Probleme, wenn die Systemanalyse dazu dient, das Problem zu formulieren, festzustellen, was und worüber gewusst werden muss und wer über dieses Wissen verfügen soll.
- Wenn die Lösung eines Problems die Verknüpfung von Zielen mit einer Vielzahl von Mitteln zu ihrer Erreichung erfordert.
- Wenn ein Problem weitreichende Verflechtungen aufweist, die entfernte Folgen in verschiedenen Bereichen der Volkswirtschaft nach sich ziehen, und die Entscheidungsfindung die Berücksichtigung der Gesamtwirksamkeit und der Gesamtkosten erfordert.
- Bei der Lösung aller Probleme, bei denen verschiedene, schwer vergleichbare Alternativen bestehen oder ein zusammenhängendes System von Zielen erreicht werden muss.
- In allen Fällen, in denen in der Volkswirtschaft völlig neue Systeme geschaffen werden (zum Beispiel, wenn ein Kommunikationssystem grundlegend umgestaltet wird).
- In Fällen, in denen die Verbesserung, Weiterentwicklung oder der Umbau von Produktions- oder Wirtschaftsbeziehungen erfolgt.
- Bei allen Problemen im Zusammenhang mit der Automatisierung der Produktion und insbesondere des Managements, im Prozess der Schaffung automatisierter Managementsysteme auf jeder Ebene.
- Bei jeder Arbeit zur Verbesserung der Methoden und Formen der Wirtschaftsführung ist bekannt, dass keine einzelne Methode der Wirtschaftsführung für sich allein wirkt, sondern nur in einer bestimmten Kombination, im Zusammenwirken mit anderen.
- In Fällen, in denen die Verbesserung der Organisation von Produktion oder Verwaltung oder die Schaffung eines automatisierten Managementsystems an einzigartigen, untypischen Objekten erfolgt, die sich durch eine hohe Spezifität ihrer Abläufe auszeichnen, sodass man nicht nach Analogie vorgehen kann.
- In Fällen, in denen Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden, muss die Erstellung eines Plans oder Entwicklungsprogramms den Faktor der Ungewissheit und des Risikos berücksichtigen.
- In allen Fällen, in denen Planung oder das Treffen kritischer Entscheidungen über Entwicklungsrichtungen für eine hinreichend ferne Zukunft (15–25 Jahre) vorgenommen wird.
- Bei jeder Entwicklung oder Verbesserung eines Managementsystems, wenn die Absicht besteht, ein optimales Planungs- oder Managementsystem zu schaffen, das die Formulierung der Optimalitätskriterien selbst erfordert, unter Berücksichtigung der Ziele der Entwicklung und Funktionsweise des Wirtschaftssystems, seines Platzes in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung und seiner wirtschaftlichen Verflechtungen.